Besucherzahlen messen

25. März 2010   •   Keinen Kommentare   

Wer ein Webprojekt aufgezogen hat, oder sich Webseiten erstellen hat lassen – der will wissen, ob sich die Kosten und Mühen gelohnt haben. Welche Seiten werden wie oft besucht, wo steigen die Besucher aus. Woher kommen die Besucher, wie lange bleiben diese auf einer Seite und welchen Weg bahnen sich die Besucher durch die Webseitenstruktur. Ergänzende Krönung: Woher stammen die Besucher geographisch.

Nun für all das gibt es ja aus dem Hause Google eine Lösung: google analytics und das Ganze ist natürlich kostenlos. Mit google analytics lassen sich die Besucherzahlen messen und vergleichen. Schwachstellen auf den eigenen Seiten können aufgespührt und korrigiert werden. Interessante Themengebiete können in der Zukunft weiter ausgebaut werden.

Prima! Sind wir fertig?
Nein, leider ist es nicht ganz so einfach – der Artikel endet noch nicht! Jetzt gehts erst los!

Ganz pauschal: Der Deutsche ist das Problem.

Es geht um den Datenschutz! Jedes vernünftige Statistiktool speichert Daten – muss es ja auch, sonst wären die Statistiken gähnend leer. Unter anderem ist die IP Adresse des Besuchers ein wichtiges Kriterium zur “Verfolgung” des Besuchers. Die IP Adresse – das KFZ Kennzeichen des Internets. Der Anbieter des Internetzugangs (DSL, Kabel etc.) kann über die IP Adresse, den Anschlussinhaber ermitteln – theoretisch, wenn die Staatsanwaltschaft das gerne möchte. In allen anderen Fällen kann auf legalem Weg kein Benutzer einer IP Adresse zugeordnet werden.

Dennoch wurde entschieden, dass die IP Adresse zu den personenbezogenen Daten gehört und damit nicht gespeichert werden darf. Blöd nur, dass genau diese IP Adresse aber Grundlage dafür ist, den einen Besucher von all den anderen zu unterscheiden. Googles Analytics steht daher schon mal ganz oben auf der schwarzen Liste der Datenschützer. Zwar kann ein Analytics Nutzer die IP Adressen selbst nicht sehen (oder ich habe sie nicht gefunden), aber Google könnte.

Andere Statistikanbieter und Scripte haben an dieser Stelle allesamt das gleiche Problem, wobei etracker beispielsweise ein Lösung geschaffen hat, die eigenen Angaben zufolge den Datenschutzanforderungen zu 100% entspricht. Zurück zu google – abgesehen von sämtlichen Gesetzen: Soll google doch die IP Adressen speichern – das tut doch nicht weh!

Tut es nicht?

Stellen wir uns vor – jeder Websitebetreiber würde google analytics zum Einsatz bringen, stellen wir uns weiter vor, jeder Internetnutzer würde pro Tag die IP Adresse nicht wechseln (was ja der Regelzustand ist)… – stellen wir uns abschliessend vor: Dieser Internetnutzer surft 4 Stunden durch das Netz – welche Informationen hätte google dann NICHT?

Zwar nutzt google die Daten nach eigenen Angaben nicht – jedoch hätte google theoretisch ein geniales Messinstrument um das Surfverhalten jeder einzelnen unbekannten Person zu analysieren. In der Masse stünden dem Suchmaschinenriesen also theoretisch unbezahlbare Marktforschungen und Trendanalysen in Echtzeit zur Verfügung. Wie gesagt: Nur theoretisch!

Aus diesem Grund lässt sich evtl. die Sorge der Datenschützer auch von Personen nachvollziehen, die im Normalfall einer Speicherung der eigenen IP Adresse zustimmen würden. Andererseits: Würde google die o.g. Vorteile irgendwann einmal tatsächlich nutzen, so könnte der Suchmaschinengigant seinen Vorsprung zur Konkurrenz weiter ausbauen.

Pech für die, die diese Idee nicht hatten. Solange google nur Suchmaschinenergebnisse und Services anbietet, die der Allgemeinheit dienen – wo wäre dann eigentlich das Problem?

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